Ich hätte noch gut und gern zwei Wochen länger in San Pedro bleiben können, ohne alles gesehen zu haben. Dennoch kämpfte ich etwas mit der Höhenluft, so dass es schon bald weiter Richtung Norden nach Arica ging, die nördlichste Stadt Chiles. Arica ein ziemlich eigenartiger Badeort. Weil das Wasser entlang eines großen Teils der über 4000 km chilenischer Küste zu kalt zum schwimmen ist, macht es den Chilenen nichts aus, in der Wüste baden zu gehen. In der “Stadt des ewigen Frühlings” regnet es so gut wie nie. Für mich war Arica vor allen Dingen ein Ort zum Ausruhen und Kraft tanken, denn anschließend sollte es nach Peru gehen.
Ehrlich gesagt hatte ich anfangs ein bisl Angst vor Peru, insbesondere da die Polizei sehr korrupt sein soll und die Kriminalität höher ist, als in Chile. Andererseits sind es von Arica aus nur noch 2 Tagesreisen bis Machu Picchu, was einfach zu verlockend für mich war.
So hieß es also noch einmal zwei Tage Bus fahren bevor ich dann in Cusco ankam. Der Name Cusco stammt aus der Prä-Kolonialzeit und bedeutet übersetzt so viel wie "Der Nabel der Welt". Vor der Ankunft der Spanier war Cusco die Hauptstadt des sagen- und legendenumwobenen Reichs der Inkas, welches sich vom heutigen Kolumbien über Ecuador, Perú und Bolivien bis nach Chile erstreckte.
Von Cusco aus kann man entweder per zwei- Tages Fußmarsch nach Machu Picchu wandern oder man wählt die bequeme Variante mit dem Zug. Wer mich kennt, weiß das ich letzteres bevorzuge, so dass ich schon bald an meinem Platz in der Machu Picchu Eisenbahn sitze. Unglaublich wie schnell sich während der Fahrt die Vegetation völlig ändert. Vom steppenähnlichem, eher kargem Land nahe Cuzco wird die Landschaft immer grüner. Nahe Machu Picchu dann sogar dschungelartig.







mein kleiner Action Urlaub in Chile bekommt neue Dimensionen. Heute morgen gabs in Chile ein Erdbeben. Es muss so ca. 5 Uhr morgens gewesen sein, ich bin von einem lauten Knall wachgeworden und dann fings langsam an zu schütteln. Nachdem ich in Klamotten und mit Laptop unterm Arm bereits auf dem Weg zur Straße war, hörte es dann allerdings nach wenigen Sekunden bereits wieder auf.
http://uk.reuters.com/article/homepageCrisis/idUKN21227270._CH_.242020070422
Bei Reuters habe ich gelesen, das das Erdbeben die Stärke 6 auf der Richterskala hatte, was wohl schon sehr heftig ist. Allerdings war das Epizentrum 1300 Kilometer unter Santiago, wo ich mich gerade befinde. Beim Frühstück in dem Hostal haben wir uns heute morgen grinsend als die "Überlebenden" begrüßt, allerdings gaben die meißten schon zu, Angst gehabt zu haben.
Zum Glück war ich nicht im Süden, da gings wohl deutlich heftiger ab. Dort werden auch 10 Personen vermisst.